Interview mit Will Grove-White von Mai 2009
Das nachfolgende Interview wurde großzügigerweise exklusiv für diese Seiten von James Granger zur Verfügung gestellt. Copyright © James Granger.
MP3: Interview mit Will Grove-White, Mai 2009 (10:30 Minuten)Deutsche Übersetzung des obigen Interview von James Grainger mit Will Grove-White von Anfang Mai 2009
James: Hallo Kumpels, hier ist "Fatty Fudge" von "Lummy Days", dem monatlichen kostenlosen Podcast von Stackridge.
Im Mai 2009 habe ich Will Grove-White zu seinem Solo-Album "Will Grove-White & The Others" interviewt und nun gibt es hier exclusiv für die Fansite des Ukulele Orchestra of Great Britain das vollständige Interview. Zuerst fragte ich Will, wie er dazu kam, mit dem Orchester zu spielen.
Will: Ich hatte angefangen Ukulele zu spielen, also ursprünglich
hatte ich ein George-Formby-Album, gebe ich zu, und ich fragte meine Mutter,
ob sie mir eine Ukuele kaufen könne. Sie sagte, in Ordnung, aber sie kaufte
mir eine kleine Gitarre und ich dachte, das ist nicht das, was auf dem Bild
ist, auf dem Cover, ich war etwa acht, wissen Sie.
Also lag sie für eine Weile im Schrank. Nun ging ich zu einem Konzert
dieses Burschen, Ian Whitcomb, der in einen Pizza-Laden alten Ragtime auf der
Ukulele spielte. Pizza und eine Kneipe.
Ich denke, ich war etwa vierzehn und dann ging ich gerade los und fing
wieder damit an, auch weil ich gerade Klavierspielen lernte
und es nicht mochte.
Also da fing ich damit an. Ich stellte ein kleines Trio zusammen, wir machten
altes Zwanzigerjahre-Zeug. Und dann las ich diesen Artikel über diese
Band in einer Kneipe, die Jimi Hendrix und so Sachen machten und ich dachte,
wow,
das ist es. Also ging ich hin, ich war fünfzehn, mit einer Limonade
und sah mir diesen großartigen Haufen verrückter Leute an, die
all diese Sachen machten. Ich habe keine Hemmungen, hochzugehen und mit den
Leuten zu reden, wissen
Sie, also ging ich hoch, bekam etwas Musik von ihnen, begann ein paar Melodien
zu lernen und am Ende spielte ich ein wenig mit George und dann gingen
ein paar Leute und es entstand etwas Platz in der Band. Also hatte ich irgendwann
lang genug rumgehangen und sie fragten mich, ob ich mitmachen wollte. Das
ist es, wie ich angefangen habe, zu spielen.
James: Was veranlaßte dich dann, ein Solo-Album zu machen?
Will: Ich erreichte einen Punkt mit dem Ukulele Orchestra, an dem wir so viel Arbeit bekamen, daß ich meinen alten Job nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Kameraarbeit und so Sachen, Fernseh-Sachen. Es fing an zu so einem Ausmaß in den Vordergrund zu rücken, daß ich mein kleines Hosentaschen-Ding wirklich nicht mehr im Hintergrund haben konnte.
Damals arbeitete ich in der Fernsehbranche und ich hatte dieses verrückte kleine Ukulele Orchester, mit dem ich nebenher arbeitete. Aber nun, nachdem das Ukulele Orchestra in den Vordergrund gerückt war, wurde es irgendwie zum Lebensunterhalt. Deshalb brauchte ich ein kleines, schrulliges Projekt, einfach, um mich bei Laune zu halten. Das war wirklich der Grund und daß meine Frau sagte, "wann wirst du was machen" und "bring Deine Nummer zusammen und mach..." Ich fummelte immer herum und sagte, oh, ich muß etwas aufnehmen. Aber Ich habe es nie gemacht. Sie wissen, ich habe davor noch nie wirklich eigene Songs geschrieben. Man sagt, es war ein ordentlicher erster Versuch.
James: Was ist der kreative Prozeß, den du durchmachst, wenn du deine Songs schreibst?
Will: Es gab ein paar Licks und Melodien und ein paar halbgare Texte, auf die Rückseite einer Zigarettenschachtel geschrieben, solche Sachen. Es passierte tatsächlich, als wir mit dem Ukulele Orchestra in Hamburg waren. Wir hatten zehn Tage dort in einem Theater, also hatten wir nur eineinhalb Stunden am Abend zu machen und an den Tagen machten wir nichts. Also dachte ich so, in Ordnung, ich setze mich auf den Hosenboden und fing da an Zeug aufzuschreiben.
Ja, und damit kam es irgendwie ins Rollen. Ich packte den Laptop aus, machte
das Programm Garage Band an und fing an, Sachen festzulegen. Ukulele und Stimme
und ich ging dann "bum bum babum..." und "trööt, trööt,
tarööt..." und
so Sachen. Es hatte auf diesem Stand tatsächlich ein
wenig seinen eigenen Charm, irgendwie halbgar. Ich nahm es auf diese seltsame
Weise auf, habe alle Stimmen entweder mit Ukulele oder Stimme dargestellt und
vage imitiert, woran ich dabei dachte. Und dann ging ich zu all den verschiedenen
Häusern und all die Leute spielten darüber und einer nach dem anderen
zeichnete seine Teile auf, Titel für Titel. Tatsächlich haben sich
die anderen gar nicht getroffen.
Aber es gelierte aber auch wirklich gut zusammen, obwohl da kein..., ich
weiß nicht, wie das funktionierte. Und als wir die Einführungsparty
machten, -hier muß ich Daves alten Witz anbringen, darüber, daß es
Zeit wird, die Band vorzustellen und ich sagte, Max, das ist Dan, Dan, das
ist Pat, und ich hatte wirklich zu ihnen gesagt,
wir machen Track eins, fünf und sechs, in Ordnung? Fertig,
eins, zwei, drei... und wir alle dachten nur "huh..."? Aber es
klappte gut. Und sie sind ein brillianter Haufen von Musikern. Es ist eine
wirklich
lustige alte Besetzung von Leuten hier. Wir haben Dan von den "Cosmic
Sausages"
am Akkordeon, Ben Castle, den Sohn von Roy Castle an der Klarinette, die
legendäre Blutlinie, und dann Pat, der mit den Pupini Sister am Schlagzeug
sitzt. Er hatte gerade einen Gig mit ihnen und meinem alten Freund Max De
Wardener am Standbaß, der alle Arten von Avantgarde, Electronica und
klassischer Musik macht.
Aber er ist die Schlüsselverbindung für mich, er hat mich in Kontakt mit all diesen fantastischen Spielern gebracht. Das hat alles noch einen Tick besser gemacht, denke ich.
James: Welche Musik hat dich inspiriert, alle diese großartigen Songs auf dem Album zu schreiben.
Will: Ich denke, die zwei großen Leute, die mich in meinem Leben künstlerisch beeinflußt haben, waren -abgesehen von George (von den Ukes), der irgendwie großartig, irgendwie Vielfalt des Musischen, irgendwie wie ein großer Schwamm ist. Und er spielt alle Arten von Sachen, und er hat keine Angst, etwas zu machen, er sagt, "ah ja, wie auch immer, stimme ein Cello wie eine Ukulele oder spiele, einen Baß Part auf einer Blechflöte. Es macht nichts, weißt du, wenn es richtig klingt, gibt es keine Regeln für ihn, weißt du. Ich denke, das ist in der Musik ein guter Ansatz.
Ich war irgendwie immer verrückt nach Jim Henson und den Muppets. Und dieser Typ, Paul Spooner, der Automaten macht, kleine aufziehbare Automaten und diese Art von comic-artiger Welt, ich denke, die alten Comics, Tom & Jerry und diese Art von verrückter alter Musik hat für die meisten Sachen, denke ich, irgendwie, weiß nicht, diese Welt der Dinge kitzelt mich sehr.
Und es ist eine Art Phantasie-Ort, wo es ziemlich lustig zugeht und ein wenig schrullig und ein wenig seltsam. Vielleicht ist das eine gute Art zu erklären, wo die Musik herkommt. Es ist nicht einfach, es ist nicht so, daß die Texte nur so herausfließen oder so. Ich meine, ich denke, wenn ich einen netten kleinen Aufhänger finde, kann es alles recht gut herausfließen.
Ja, so ein wenig herumtüfteln auf der Uke, oder eine Platte hören,
sich etwas davon ausleihen... Es gibt eine Menge Zeug, das deutliche Einflüsse
von anderen Sachen hat und ich denke, das ist in Ordnung.
Ich denke, die Leute sollten nicht schüchtern sein und sagen, "das
ist eine gute Akkordfolge. Ich liebe das. Es ist nichts falsch daran, es wurde
seit anno
Tobak schon immer gemacht. Ich habe gerade eins, an dem ich arbeite. Ich habe
mir alles von Sam Cooke angehört und es geht immer um "oh, du bist
die einzige, die es je für mich gibt" und dieses "schöne
Mädchen", und ich denke, ich mache
einen Lovesong, genannt "du wirst...", aber im Stile von Sam Cooke,
also, das könnte nett sein, das ist der Kern einer Idee, aus der vielleicht
irgendwas wird, wenn ich Glück habe.
James: Als du kürzlich das Album live aufgeführt hast, hast
du die singende Säge gespielt. Hast du das speziell gelernt?
Will: Das erst Mal, sah ich jemanden die singende Säge spielen, da war ich etwa 16 und ich fuhr mit George und Kitty vom Ukulele Orchestra zur Ukulele Society of Great Britain in Digswell, das ist eine ziemlich seltsame Ansammlung von, irgendwie ekzentrischen Leuten aus der Gegend, die ein großes Ukulele-Ding am Laufen haben. Und da war einer, der hieß Jim Thorogood, der eine singende Säge hatte. Und es war ein erstaunlicher Klang. Ich konnte es nicht glauben, ich dachte, es war ein Trick. Also sah ich mich um, aber ich konnte nirgends eine finden. Aber dann kam natürlich das Internet, und innerhalb von ein paar Wochen hatte ich diese singende Säge von Mussehl und Westphal, importiert aus den USA.
Und dann fängst du plötzlich an, herauszufinden, wie viele andere Leute dasselbe gedacht haben, ein paar Kumpels, Mara und Rowan, sie bekamen beide singende Sägen und wir starteten ein Trio, The Weeping Saws - die weinenden Sägen" und wir machten ein paar Gigs, eine Art Kabarett-Abend-Sachen, "Danny Boy" und... ich kann mich nicht mehr erinnern, was wir noch gemacht haben. Es war "Musik an der Schneidkante", jedenfalls, das war es. Aber ich spiele schon seit einer Weile. Es ist gut, es ist ein schöner Klang.
Und dann natürlich traf ich Guy, der auf dem Album spielt, und der auch ein Ukulele Spieler ist. "The Hot Potato Syncopators". Und er kam netterweise dazu, weil er ist ein bißchen ein Zauberer. Ich dachte, mein Spiel ist in Ordnung für eine Live-Situation, aber für die Aufnahme wollte ich wirklich jemanden haben, der absolut weiß, was er tut und er machte mich stolz.
James: Was ist dein Lieblingsgemüse?
Ich würde sagen, wahrscheinlich ist die Artischocke mein Lieblingsgemüse. Wegen des vielen Kleinkrams, und dann der fürchterliche haarigen Teil in der Mitte, das man abmacht um an das leckere Herz da drin zu kommen. Ich genieße das immer.
James: Lummy Days ist ein freier monatlicher Podcast, der
sich auf die ekzentrische Britische Band Stackridge konzentriert und steht
auf
www. stackridge.net zur Verfügung. Komm schon, gönne deinen Ohren ein besonderes
Vergnügen! Komm vorbei und hör dirs an!
Will: Hier ist Will Grove-White und ich möchte den Hörern
versichern, daß bei der Herstellung dieses Podcasts kein Rhabarber verletzt
wurde.




